Hans Hartwig über sein Leben:

Am 24. Februar 1917 wurde ich in Neisse (Oberschlesien) geboren. Nach meiner Schulzeit war ich im Internat der Musik- und Orchesterschule in Münsterberg. Ab dem 3. Ausbildungsjahr nahm ich bei Philharmonikern der Schlesischen Philharmonie Breslau Spezialunterricht in Violine und Trompete. Von 1936-1938 war ich im Musikkorps des IR 14 Konstanz. 1936 kam meine erste gedruckte Komposition, ein Walzerlied "Bei uns geht's heut gar lustig her" im Verlag Bohne heraus. Nach dem Ausscheiden aus der Wehrmacht ging ich nach Berlin, um Dirigieren zu studieren. Da mein Vater 1918 noch gefallen war, musste ich für alles selbst sorgen. Durch eine Künstler-Agentur bekam ich u.a. die Spieltermine. Ich spielte im Metropol-Theater, Admiralspalast-Theater, im kleinen Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders bei Willi Stech, machte Schallplattenaufnahmen bei Barnabas v. Gezy, spielte bei Knümann, bei einem Galakonzert des Rundfunksinfonieorchesters in Halle usw. Das war eine sehr fruchtbare Zeit. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde ich reaktiviert, zur Aufstellung eines Musikkorps für das Panzerregiment 10. Nach sechs Monaten wurde mir die Leitung des Musikkorps übertragen, die ich bis zur allgemeinen Auflösung der noch bestehenden Musikkorps ausführte. Nach Ausbildung zum Panzerkommandant kam ich zur Neuaufstellung einer Panzerbrigade an die Westfront. Im Oktober 1944 wurde ich verwundet, im April desselben Jahres hatte ich noch geheiratet. Nach Rückkehr aus englischer Gefangenschaft wurde ich Theaterkapellmeister im Neuen Theater Karlsruhe - Stadt- oder Staatstheater durfte es nicht mehr genannt werden. Nach Rückkehr meiner Frau aus dänischer Internierung, mit einer Tochter, gab ich das Theater auf. Von 1950-1953 war ich Geiger im großen Tanzorchester des SWR Baden-Baden. In dieser Zeit spielte ich ein Jahr bei Kurt Edelhagen und anschließend 1,5 Jahre bei Helmut Zacharias. Nebenbei dirigierte ich von 1950-1965 das Karlsruher Blasorchester, das aus ehemaligen Berufsmusikern und Musikern des Staatstheaters bestand. Zudem war ich von 1963-1965 als Musikdirektor in Gengenbach/Schwarzwald tätig. 1965 ging ich nach Weingarten für den verstorbenen Prof. Hans Husadel. Nebenbei dirigierte ich von 1967-1971 das Sinfonieorchester des Musikvereins Ulm/Neu-Ulm. Ich habe mehr als 200 Kompositionen und Arrangements geschrieben. Seit 1979 bin ich im Ruhestand.